Besinnungswochenende in Überdorf – 25.8./26.8.12


 

Das Haus Wiesengrund ist uns ans Herz gewachsen, deshalb verbringen wir hier zum wiederholten Mal unser Besinnungswochenende.

Am Samstag reisen wir bis zur Mittagszeit an. Einige Teilnehmer kennen sich schon gut durch die regelmäßigen Treffen, andere lernen sich an diesem Wochenende erst kennen, da sie zu unterschiedlichen Gruppen oder zum Vorstand gehören.

Schon bei der Begrüßung ist klar, wie wir uns alle darauf freuen, eine unbeschwerte Zeit miteinander verbringen zu dürfen.

Wie schon beim letzten Mal wollen wir diese beiden Tage ganz „auf eigene Faust“ gestalten, denn das hat sich bewährt.

25.8.12

Nach dem leckeren Mittagessen geht es los mit dem Nachmittagsprogramm, geleitet von Gisela Adolphi. Das Thema: „Ich bin sterblich, aber unvergänglich.“

  • Wir suchen Bildpostkarten aus, die zu unseren Erwartungen, Stimmungen oder auch Befürchtungen passen und äußern uns (nach Wunsch) dazu.

  • Wir hören zu dem Thema passende Gedichte oder Texte (Th. Fontane,
    K. Kollwitz, A. Silesius, L. Borges).

  • Wir suchen eine Inschrift für unsere eigene Todesanzeige.

  • Wir bekommen eine Liste der fünf Versäumnisse, die Sterbende kurz vor ihrem Ende immer wieder bedauert haben (*) und machen uns Gedanken, ob diese auch in unserem Leben zutreffen.

Liste der unerfüllten Wünsche

  1. Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, ein Leben getreu mir selbst zu führen – anstatt eines, das Andere von mir erwarteten.

  2. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.

  3. Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, meine Gefühle zu zeigen

  4. Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.

  5. Ich wünschte, ich hätte mich glücklicher sein lassen.

Können wir vielleicht schon jetzt etwas ändern, damit wir besser vorbereitet sind?

  • Wenn ich nur noch 1 Monat/1 Tag/1 Stunde zu leben hätte…..Was würde ich unbedingt noch tun bzw. erledigen?

  • Reise mit acht Koffern: Auf acht Zettel wird jeweils ein Wunsch geschrieben. Nach und nach soll ich immer einen (am wenigsten dringlichen) Koffer bzw. Wunsch zurücklassen. ….Kann ich loslassen? Alles zurücklassen und gehen?

Das war ein anspruchsvolles und eindringliches Programm! Es lässt uns sehr nachdenklich zum Abendessen gehen.

Manche von uns wollen erst mal „Luft holen“, d. h. wir machen einen kleinen Abendspaziergang durch die Felder rund um das Haus. Wir genießen den Rundblick über die Hügel des Bergischen Landes und sind uns einig, wie schön es hier ist.

Danach hören sich manche Teilnehmer die Radiosendung über Hospizarbeit im Gruppenraum an (WDR 4 am 4.8.12 in der Sendungsreihe: „In unserem Alter“). Einige Ehrenamtler aus unserem Hospizverein waren anlässlich dieser Sendung interviewt worden.

Anschließend sitzen wir noch lange bei mildem Klima draußen auf der Terrasse und lassen den Tag heiter - besinnlich ausklingen.

26.8.12

Nach dem Frühstück geht es mit einem weiteren anspruchsvollen Thema weiter:

Nahtoderfahrung, moderiert von Ulrike Lenhart und Hanne Weißberg.

Ein paar einleitende Worte führen in das Thema ein. Weißberg liest den Bericht über eine Nahtoderfahrung aus dem 8. Jahrhundert vor. Er wurde von einem Historiker der damaligen Zeit, dem Mönch Bede, verfasst. Anschließend sehen wir uns eine Dokumentation zum Thema an und tauschen uns darüber aus. Es stellt sich heraus, dass auch in unserem Kreis Personen solche eindringlichen Erfahrungen gemacht oder von nahestehenden Menschen darüber gehört haben.

In der Abschlussrunde nach dem Mittagessen sind wir uns alle einig, dass wir das Zusammensein genossen haben und uns näher gekommen sind. Aber wir fragen uns auch, ob wir beim nächsten Mal vielleicht der Heiterkeit und der Entspannung ein wenig mehr Raum geben sollten….Denn die Themen gingen ja nun mal sehr „unter die Haut“.

Edith Düwel, unsere erste Vorsitzende, ist diesmal auch dabei gewesen. Ihr Fazit: „Was für eine Freude, so viele liebenswerte und kostbare Menschen kennenzulernen!“

Wie recht sie hat!!

Hanne Weißberg