Ahoj-Brause zum Lebensende

„Wissen Sie, was Ihre Eltern oder Ihre Partner in ihrer letzten Lebensphase gerne noch einmal schmecken würden?“ Ulrike Lenhart, nicht nur Koordinatorin im Hospizverein Köln-Dellbrück/Holweide e.V., sondern auch Lehrerin für Pflegeberufe und Palliativfachkraft, beginnt ihre Fortbildung zum Thema „Palliativpflege“ mit einer Frage, die wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht alle auf Anhieb beantworten können. Wir, das sind 14 Ehrenamtliche, die mehr darüber erfahren möchten, wie man durch kleine Handreichungen Sterbenden noch etwas Gutes tun kann.

 

Es ist ganz normal, wenn Sterbende keinen Durst oder Hunger mehr empfinden. Der Organismus drosselt seine Leistung, feste und flüssige Nahrung belasten ihn dann nur noch. Für Angehörige, die ihre Liebe gerne zeigen möchten, ist es aber schwer auszuhalten, weder Essen noch Trinken anzureichen. In dieser Situation können die Ehrenamtlichen, die die Familien besuchen, hilfreich zur Seite stehen. Sie können erklären, daß die Ablehnung von Nahrung nicht persönlich zu nehmen ist. Dann können sie mit den Angehörigen verschiedene Möglichkeiten durchgehen und ausprobieren, was dem Sterbenden gut tut, z.B.:

 

    • aufgesprungene Lippen mit Vaseline bestreichen (kein Lippenfettstift),
    • ein Getränk, das der Sterbende gerne mag, tropfenweise mit einer Pipette in den Mund träufeln,
    • mit diesem Getränk kleine Eiswürfel herstellen und in ein Stofftaschentuch eingedreht in den Mund legen,
    • eine Fingerspitze von Ahoj-Brause auf die Zunge streuen,
    • eine Duftlampe aufstellen, wenn man die Lieblingsdüfte des Sterbenden kennt (aber grundsätzlich starke, vor allem künstliche Gerüche vermeiden).

 

Sehr eindrücklich war der Selbstversuch, zu dem uns Ulrike Lenhart animierte: handelsüblicher künstlicher Speichel, der in den Mund gesprüht wird, schmeckt wirklich ekelhaft. Die genannten Hausmittelchen reichen. Und wenn man schon Gummihandschuhe tragen muß, dann sollte man sie vor dem Kontakt mit dem Kranken waschen, damit sie besser riechen. Kleine Ursache, große Wirkung!

 

Und was ist mit uns selber? Wissen unsere Liebsten, welche Vorlieben wir denn haben? Für eine Ehrenamtliche ist es schon ganz klar: „Ich möchte dann ein Eiswürfelchen aus Reissdorf Kölsch!“

 

Fotos von der Fortbildung finden Sie hier.

Wenn Sie mehr über die Arbeit des Hospizvereins wissen möchten, Interesse an unserem Besuch haben, bei uns mitarbeiten oder Fördermitglied werden möchten, sprechen Sie uns an. Frau Lenhart freut sich auf Ihren Anruf: 0221 16 90 64 88.